Dieses Buch ist 2016 erschienen und kann über den Buchhandel oder direkt bei mir bezogen werden.

ISBN 978-3930727-70-4

 

Mit einem Vorwort von 

François Maher Presley

Moorlauge

Ich werde immer wieder von Ausstellungsbesuchern gefragt:

"Was ist denn eigentlich Moorlauge ?" Zunächst zur Definition:

 

Moorlauge
Der Rohstoff für Moorlauge ist das Natriumsalz angereicherter Huminsäuren (Natriumhuminat). Dieses wird aus einem aufbereiteten Naturprodukt amorpher, huminsäurereicher Zersetzungsprodukte moorbewohnender Pflanzen gewonnen. Huminsäuren sind braun gefärbte, hochmolekulare Polyoxycarbonsäuren, die im Verlaufe des Humifizierungsprozesses in Jahrtausenden aus abgestorbendem Pflanzenmaterial durch natürliche und biologische Umsetzung entstehen.
Auch mir war der Begriff und das Produkt bis vor einigen Jahren völlig unbekannt. Eine Malerin die vor einigen Jahr in meinen Kunstkreis eintrat, brachte uns eine Probe Moorlauge mit. Dieser Stoff wird eigentlich als Heilbad vertrieben und ist in Apotheken erhältlich.

Ich probierte die Moorlauge aus und stellte fest, dass es genau das Medium war, worauf ich ein Lebenlang gewartet hatte. Seit ca. vier Jahren habe ich nun Moorlauge in meiner Kunst eingesetzt. Sowohl als reines Mittel als auch in Verbindung mit Aquarellfarbe. Beim Einsatz von Moorlauge pur, habe ich die Moorlauge in versch. Stufen eingesetzt und die Zwischenstufen mit Haarlack fixiert. Dadurch entstehen teilweise Tiefen, die mit nichts anderem zu erreichen wären. Durch den Einsatz von Haarspray als Fixierungsmittel ist es möglich mit Wasser wieder Auswaschungen vorzunehmen, die ein Leuchten hervorrufen, welches ebenfalls anders nicht erreichbar ist. Gleichzeitig verwende ich Moorlauge in Verbindung mit Aquarellfarbe, da sich beide Stoffe sehr gut miteinander verbinden kann man zu erstaunlichen Ergebnissen kommen. Eines sollte man aber wissen, Moorlauge ist in seiner Struktur enorm "flüchtig" das bedeutet wenn der Aquarellkarton noch relativ nass ist kann es sein, wenn man Moorlauge aufträgt, das sich braune Schlieren über das Blatt ziehen. Ich lasse auch oft die Moorlauge über Nacht etwas einreduzieren, so dass die Konsistenz etwas "dicker" ist, damit setze ich Akzente, die an Kraft nicht mehr zu steigern sind. Ich würde mich freuen, wenn dieser Beitrag für einige hilfreich wäre.

Ekkehart Stark